Modul 1

Freitag, 27.01.2017

Das erste Curriculum Endodontologie der ÖGEndo startete am Freitag, den 27.01.2017 unter organisatorischer Leitung von DDr. Johannes Klimscha und Dr. Karl Schwaninger.

Zu Beginn des Curriculums sprach Priv. -Doz. Dr. David Sonntag (Düsseldorf) über prognostische Erfolgsfaktoren für die Reduktion apikaler Aufhellungen. Einfluss auf die Heilungszeit und den Erfolg haben das Alter des Patienten, körpereigene Abwehr, überextendierte Wurzelfüllungen, apikale Aufbereitungsgröße und komplexe Anatomie. Ein Erfolg tritt dann ein, wenn vollständige Anamnese und Diagnose, adäquate Röntgen und DVT Aufnahmen sowie Wurzelkanalbehandlung unter Sicht bei guter Beleuchtung ausgeführt worden sind. Zu den Erfolgsfaktoren zählen apikal erreichte patency, Möglichkeit einer Aufbereitung bis zum Endpunkt des Kanals, korrekte Anwendung von Spüllösungen, keine Perforation und Vorhandensein einer suffizienten koronalen Restauration. Hauptursachen für den Misserfolg stellen persistierende intra-, extraradikuläre oder sekundäre Infektionen dar. Bei Überpressung ist es unwahrscheinlich, dass Wurzelfüllmaterialien ohne Infektion Ursache eines Misserfolgs darstellen. Der Verzicht auf Röntgenaufnahmen führt in vielen Fällen zu einem nicht tolerierbaren Informationsverlust und damit zu einer Fehlbehandlung und zum Misserfolg.

Samstag, 28.01.2017

Dr. Frank Paque (Zürich) berichtete über entscheidende Entwicklungen der letzten Jahre in der Endodontie. Verbesserung durch optische Sehhilfen wie verschiedene Lupensysteme und

Dentalmikroskope („You only can treat what you can see!“ – Prof. Dr. Syngcuk Kim). Verschiedene therapeutische Möglichkeiten, zahlreiche Anwendungsbeispiele und Grenzen der Visualisierung wurden ermittelt. Nach der Demonstration von Behandlungsstrategien einer erfolgreichen Wurzelkanalbehandlung und dem praktischen Vorgehen wurden Wurzelkanalanatomie und Zugangskavität diskutiert. Durch eine Vielzahl von erstellten Micro Ct’s von Zähnen und ihrer Wurzelkanalsystemstruktur zeigte Dr. Paque Wurzelkanalbehandlungen im Vergleich der Ausgangs- und Endsituation.

Und nicht nur das, einundzwanzig Teilnehmer konnten im Rahmen des hands-on-trainings in dem Ivoclar Vivadent Schulungszentrum sogleich ihre Fingerfertigkeiten unter Mikroskop beweisen. Es wurde die endodontische Zugangskavität präpariert und die Lage der Wurzelkanaleingänge bestimmt.

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